Neue Platten

Feuilleton | aus FALTER 47/16 vom 23.11.2016

Pop

A Tribe Called Quest: We Got It from Here

Die Gruppe um Q-Tip und Phife Dawg setzte in den frühen 1990ern im US-Hip-Hop Maßstäbe und hat bis zu ihrem vorläufigen Ende 1998 nie ein schlechtes Album veröffentlicht. Phife Dawg verstarb im März 2016. Bis kurz vor seinem Tod arbeiteten A Tribe Called Quest an einem Farewell-Album, das zunächst als Aussöhnung zwischen den beiden Frontmännern gedacht war. Geworden ist "We Got It from Here Thank You 4 Your Service" eine sehr lässige, zeitlose Platte im typisch jazzigen ATCQ-Stil. (Sony) SF

Jazz

Donauwellenreiter: Euphoria

Echt enthusiasmiert blickt das Quartett zwar nicht vom Cover, aber: Titelklarheit ist Titelwahrheit, und neben "Euphoria" gibt es auch noch "Ecstacy in Stubenberg" (inkl. dampflokjubelhafter Vokalattacke). Ohne falsche Scheu vor Süff-und Schmissigkeit zupft und zeugelt, fingert und glissandiert sich diese Minimalfolkchamberjazz combo mit Verve durch zehn Stücke, die bei aller Eingängigkeit so intelligent, raffiniert und überraschend sind, dass reueloser Genuss gewährleistet wird. (Laloki Music) KN Live: 12.12., Radiokulturhaus

Klassik

Albrecht Mayer: Vocalise

Eigentlich wollte Albrecht Mayer Sänger werden. Er hatte sogar sein eigenes Vokalquartett und entschied sich dann doch anders. Eine gute Wahl, denn der Solo-Oboist der Berliner Philharmoniker ist ein Meister seines Fachs. Keiner entlockt dem Holzblasinstrument raffiniertere Klänge, keiner bringt es so zum Singen. Nun präsentiert er Lieblingsstücke aus den bereits veröffentlichten Alben, von virtuosen Barockarien bis hin zu charmanten französischen Chansons, allesamt fein arrangiert und hinreißend interpretiert. (DG) MDA


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