Kolumne Außenpolitik

Was wird aus Europa, wenn sich die US-Armee zurückzieht?

Falter & Meinung | Raimund Löw | aus FALTER 47/16 vom 23.11.2016

Welchen Sinn haben 28 Armeen kleiner und mittelgroßer Staaten im zunehmenden Chaos der Weltpolitik des 21. Jahrhunderts? Die Frage rückt ins Zentrum der europäischen Politik. Frankreich und Deutschland verlangen den Aufbau einer Verteidigungsunion, den Großbritannien nach dem Brexit nicht mehr blockieren könnte. Russlands Angriff gegen die Ukraine hat die Stabilität der Grenzen infrage gestellt. Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker plädiert für eine europäische Armee, weil die USA die Verteidigung Europas auf Dauer nicht mehr garantieren werden. In Europa setzt eine Grundsatzdebatte über Sicherheitspolitik ein.

Seit dem Ende der Blöcke gibt es in Europa weniger Soldaten, Kampfflugzeuge und anderes Kriegsgerät als vor 1989. Die Militärbudgets sind kleiner geworden. Nur die Balten und die Polen haben aus Angst vor Russland ihre Militärausgaben merkbar erhöht.

Die Wahl Donald Trumps zeigt, wie brüchig die US-Verteidigungsgarantie geworden ist, die die Abrüstung der letzten


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