Die Theorie, die die Demokratie killt

Lange galt das Dogma, dass mehr Handel und Globalisierung allen nützt. Ein Irrtum, den wir nun mit einer rechten und populistischen Revolte bezahlen

Politik | Essay: Robert Misik | aus FALTER 47/16 vom 23.11.2016

Wie tickt sie nur, die Arbeiterklasse? Jahrzehntelang hat man angenommen, diese verstaubte, alte Klassenfrage habe sich irgendwie erledigt, Arbeiterklasse gebe es doch gar keine mehr, und wenn, dann in Gestalt des migrantischen Dienstleistungsproletariats. Aber seit der Brexit-Abstimmung, der Trump-Wahl und dem Aufstieg von Rechtspopulisten allüberall sind plötzlich alle geschockt: Die "weiße Arbeiterklasse" wählt die Globalisierung ab!

Wenn ganze Bevölkerungssegmente das Gefühl haben, mit ihnen gehe es chronisch bergab, ihnen schwömmen die Felle davon, dann brennt in pluralistischen Demokratien plötzlich der Hut. Besonders dann, wenn diese Leute den Eindruck haben, dass sich für sie niemand interessiert.

Man hätte das schon vorher wissen können.

Aber inwiefern sind Freihandel und Globalisierung dafür verantwortlich? Immer hörbarer werden die Argumente derer, die sagen, es sei "eine Theorie, die unsere Wirtschaft killt", wie das der amerikanische Politikberater Ian Fletscher nennt,


Diese Artikel könnten Sie auch interessieren:


Anzeige

Anzeige