Phettbergs Predigtdienst

Voller Freizügigkeit und Freiheit

Kolumnen/Zoo | aus FALTER 47/16 vom 23.11.2016

Apropos "Familie": Am Mittwoch geleitete mich Sir eze ins Apollo-Kino, doch wir mussten in den Saal 6 in den zweiten unterirdischen Stock, da hinunter gibt es keinen Aufzug, nur Stufen. Und Sir eze musste den Rollstuhl mir immer nachtragen, damit ich irgendwo sitzen konnte. Und wegen der feuerpolizeilichen Vorschriften musste der Rollstuhl dann wieder ins Erdgeschoß getragen werden und dort in einem bestimmten Eck stehen. Wenn's einmal im Apollo-Kino brennen sollte, werden alle ums Leben kommen, die da drinnen sind, denn Verwinkeltheit ist ein Hilfsausdruck!

Natürlich, wie immer, wenn ich einen Film mit schönen Jünglingskörpern anschaue, will ich ihn immer wieder sehen. Die Hauptrolle spielt ein blonder Kerl namens Phil (Louis Hofmann). Er wohnt in einem paradiesischen alten Haus mit seiner Zwillingsschwester und seiner Mutter und fährt brav mit dem Fahrrad in die Schule. Eines Tages erscheint ein neuer Jüngling in der Schule, Nicholas, und die beiden jungen Männer verlieben sich ineinander.

Die Mutter hat eine Art Lebensbrauch sich angewöhnt, Männer zu gebrauchen und dann wegzuschicken. Eigentlich stellt sich im Laufe des Filmgeschehens heraus, es ist ein Film der Patchworkidee, voller Freizügigkeit und Freiheit. "Die Mitte der Welt" heißt der Film, und ich bilde mir ein, die Mitte der Welt dieses Films ist ein Tischler, den die Mutter sich "diesmal" geangelt hat.

Alle Leute, die im Film vorkommen, sind total liberal und haben keine Scheu, alles, was geschieht, herzinnig zu benennen. Es ist wie im Paradies, alle, die gay oder lesbisch oder bi sein wollen, werden nicht eines Besseren belehrt. Nur die Wirklichkeit der Seelen der Menschen grenzt "uns" ein. Eines der Mädchen der Schule verliebt sich in den blonden Phil, und es gelingt ihr, Nicholas, den neuen Lover des Phil, für ein Verhältnis zu gewinnen.

Doch Phil ist strikt schwul, Nicholas hätte gerne eine Dreierbeziehung, doch Phil, typisch Sohn seiner Mutter, schickt Nicholas fort, denn die Mitte der Welt ist in Phils Welt die Familie, und das wird dann das Mädchen. Unser heutiger Unterrichtsgegenstand: Hoch lebe die Patchworkidee! Gott sei Dank darf ich am Heiligen Abend immer bei Butterblume weilen.

Phettbergs Predigtdienst ist auch über www.falter.at zu abonnieren. Unter www.phettberg.at/gestion.htm ist wöchentlich neu zu lesen, wie Phettberg strömt


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