Buch der Stunde

Fotografie, Wahrnehmung und Hingabe

Feuilleton | Kirstin Breitenfellner | aus FALTER 47/16 vom 23.11.2016

John Berger ist ein Sehender. Trotzdem wurde er Schriftsteller. Dazu nahm er einen Umweg über das Studium der Malerei. Seine Bücher "Sehen" (1974) und "Das Leben der Bilder oder die Kunst des Sehens"(1981) befassen sich explizit mit diesem Lebensthema. Seit 1974 lebt der 1926 in London geborene Autor, der mit seinem ersten Roman "G."(1972) den Booker Prize gewann, in einem Bergdorf in der Haute-Savoie in Frankreich. Sein schmales Œuvre, das seitdem entstand, beweist, dass man in der Einsamkeit besser nachzudenken und feiner wahrzunehmen vermag. Anlässlich seines 90. Geburtstags am 5. November sind nun unter dem Titel "Der Augenblick der Fotografie" zum ersten Mal seine Aufsätze über die Fotografie erschienen, die zweite Leidenschaft Bergers.

Wie seine Vorbilder Walter Benjamin, Roland Barthes und Susan Sontag nähert sich Berger der Fotografie nicht als Kunstkritiker oder Kulturhistoriker, sondern als interessierter Laie. Er versucht den Zauber von Fotografien anhand von konkreten


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