Tiere

Warme News

Kolumnen/Zoo | aus FALTER 47/16 vom 23.11.2016


Zeichnung: Bernd Püribauer » zur Tier-Galerie

Die UN-Klimakonferenz in Marrakesch ist vorbei. Was bleibt? Eine optimistische Presseaussendung gibt uns Hoffnung: „Vogelkot kühlt die Arktis“. Diese nördliche Eiskappe erwärmt sich durch den Klimawandel nämlich schneller als der Rest unseres Planeten. Heuer lagen die Durchschnittstemperaturen in arktischen Regionen Russlands sechs bis sieben Grad Celsius über dem langjährigen Mittel. Da kommt so eine gute Nachricht sehr gelegen, und man kann sich endlich auch einmal über ein sonst wenig geschätztes Produkt wie Vogelkot freuen. Zeigen wir daher ein bisschen Respekt und sprechen lieber von einem pastösen, feinkörnigen Gemenge aus Phosphat. Aus diesen Ausscheidungen steigt Ammoniak in die Atmosphäre auf und bildet zusammen mit Wasserdampf kleine Kondensationskerne. Dadurch bilden sich Wolken über der Region, die die Sonneneinstrahlung verringern.

Die nicht so gute Nachricht: In den letzten 60 Jahren ging die Zahl der Seevögel insgesamt um 70 Prozent zurück. Schuld daran sind Tankerunfälle, Fangnetze, eingeschleppte Ratten und die Überfischung der Meere. Das macht die globale Klimaerwärmung zu so einem unattraktiven Thema für die Medien. Nie gibt es Erfolge! Da will man sich als leidgeprüfter Parkbankbenutzer auch einmal über Vogelkot freuen, zack, schon wieder schlechte Nachrichten.

Bei dieser Schlagzeile ist es aber genau umgekehrt: „Kröte wird verwurstet“. Da ahnt man sowohl als Tier- als auch als Wurstfreund Übles, doch am Ende wird alles gut. Die zur Bekämpfung von Zuckerrohrkäfern aus Südamerika weltweit verschleppten Aga-Kröten vermehren sich in frostfreien Ländern rasant und töten dort mit ihrem giftigen Hautsekret fast 90 Prozent der amphibienfressenden Säugetiere und Reptilien. Australische Ökologen erzeugen aus diesen Aga-Kröten nun Würste, die sie mit Bittersalzen ungenießbar machen. Fleischfressende Tiere spucken diese Beute nach einem Biss wieder aus, merken sich aber den typischen Geruch und greifen in Zukunft diese Kröten nicht mehr an.

Jeder Österreicher isst laut AMA-Daten im Durchschnitt 100 Kilogramm Fleisch pro Jahr, davon ca. 13 Kilo Wurst. Diese verursacht genauso viel an CO2-Emissionen wie eine Autofahrt von Wien nach Peking.

Vielleicht könnte man da auch ein bisschen Aga-Kröte …


Diese Artikel könnten Sie auch interessieren:


Anzeige

Anzeige