Wir müssen wieder die Freiheitdes Denkens unterrichten!

Bilden Universitäten noch, oder verunbilden sie schon? Der Philosoph Konrad Paul Liessmann über Kopftuch-und Denkscherenverbote und die Bornierten, die sich für fortschrittlich halten

Stadtleben | Interview: Barbara Tóth | aus FALTER 47/16 vom 23.11.2016

Konrad Paul Liessmann ist ein Interviewprofi. Er spricht druckreif - mit genau dem richtigen Sinn für Pointen.

Falter: Sie haben zwei Bücher über das Thema Unbildung geschrieben. Wer ist heute ein guter Student? Oder was will das System, dass ein guter Student ist?

Konrad Paul Liessmann: Früher hat man gesagt, ein guter Student ist interessiert, engagiert, liest ein bisschen mehr, als verlangt wird, ist vielleicht auch politisch engagiert oder begreift das studentische Dasein als eine Lebensphase, in der Experimente und Neuorientierungen möglich sind. Heute ist der gute Student vor allem eines: prüfungsaktiv.

Und wer ist ein guter Professor?

Liessmann: Jemand mit einem hohen Impact-Faktor und noch höherem Drittmittelaufkommen. Das hat etwas Paradoxes, man hat ja eine Professur, damit man forscht und lehrt, aber wenn man nur im Rahmen der Professur forscht, ist das keine wertvolle Forschung, da nicht drittmittelfinanziert. Das System wünscht sich aber auch didaktisch effiziente Professoren,


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