Prost! Lexikon der Getränke. Diese Woche: Hausmarke 3

Ein english-style Porter, gebraut in Downtown Ottakring

Stadtleben | BW | aus FALTER 48/16 vom 30.11.2016

Wann immer die Rede von gutem Bier ist, kann man ziemlich sicher sein, dass es ein Craft-Bier ist. Aber was bedeutet dieses Attribut Craft eigentlich? In den USA, von wo der Hype ums Handwerksbier vor mehr als einer Dekade zu uns herüberschwappte, dürfen sich nur jene Brauereien mit dem Titel Craft schmücken, die unter zehn Millionen Hektoliter brauen und die zu mindestens drei Viertel im Besitz des Brauereieigentümers stehen. Würde man dieses Gesetz auf Österreich anwenden, wir hätten nur Craft-Beer-Brauereien. Beispiel Ottakringer.

Ausgerechnet die haben 2014 auf ihrem Gelände im 16. Bezirk aber ein eigenes Craft-Bier-Brauwerk mit rund 1500 Hektolitern Jahresvolumen gebaut, das ganzjährig vier Sorten und zusätzlich verschiedene Sude braut.

Eine ihrer Hausmarken, die Nummer drei - ein dunkles english-style Porter, röstmalzig, das nach Kaffee und dunkler Schokolade schmeckt - wurde heuer mit dem silbernen European Beer Star ausgezeichnet.

Die Biersommeliers vom Brauwerk empfehlen es zu Steak, Geräuchertem, deftigen Wurstwaren und Eintöpfen. Eine interessantere Kombi ergibt sich allerdings, wenn man es mit Marillenmarmelade paart. Das ist dann ein bisschen wie trinkbare Sachertorte. Und wie bei der Mehlspeise raten wir hier zur Obacht: Die Hausmarke 3 ist malzig-süffig und mit ihren 5,6 Volumsprozent ganz schön katerverdächtig.

Rezensierte Getränke wurden der Redaktion fallweise umsonst zur Verfügung gestellt


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