Ein Freiheitskämpfer und Diktator

Die Bewunderung vieler europäischer Linker für den verstorbenen Fidel Castro zeigt auch deren Schwäche

Politik | Nachruf: Franz Kössler | aus FALTER 48/16 vom 30.11.2016

War er nun ein revolutionärer Freiheitsheld oder ein kommunistischer Diktator? Wenn man die Nachrufe auf Fidel Castro liest, hat man das Gefühl, man müsste sich für die eine oder die andere Seite entscheiden. An Castros politischem Lebenslauf gibt es viel zu kritisieren, und es ist falsch, das zu beschönigen. Aber man wird seiner Persönlichkeit nicht gerecht, wenn man nicht auch seine historische Bedeutung sieht.

Castro war beides: Freiheitskämpfer und Diktator. In diesem doppelten Charakter spiegelt sich auch die Schwäche vieler europäischer Linker der 68er-Generation wider. Rechtsstaat und Menschenrechte waren (und sind) ihnen im Zweifelsfall weniger wichtig als der Kampf gegen den Imperialismus und für soziale Gerechtigkeit. Immerhin, hört man bis heute, hat Kuba das beste kostenloses Schul- und Gesundheitssystem aller Entwicklungsländer.

Der Faszination der kubanischen Revolution konnte man sich kaum entziehen. Es herrschte Kalter Krieg, die beiden ideologischen Lager waren


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