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Rhiz-Punk II: von No Wave zur Indie-Psychedelik

Lexikon | GS | aus FALTER 48/16 vom 30.11.2016

Der Postpunk der ausgehenden 1970er zählte zu den facettenreichsten, spannendsten und produktivsten Phasen der Popgeschichte. Die Unverfrorenheit, die Energie und die Do-it-yourself-Philosophie des Punk wurde damals mit neuen ästhetischen Entwürfen kombiniert: Schroffe Gitarren trafen auf Dubreggae, Punk und Funk waren plötzlich Geschwister. Neu war auch, dass zusehends Frauen auf der Bühne standen. The Slits, The Raincoats, Liliput und Malaria etwa, deren Aufnahmen durchwegs noch heute modern klingen. An diese etwas andere Girlgroup-Tradition knüpft die 2005 gegründete argentinische Band Las Kellies an, die nach recht rumpeligen Anfängen eine lässige Eleganz kultiviert hat und minimalistischen Groove mit ordentlicher Schärfe zu verbinden weiß.

Auf ihrem Album "Total Exposure" wirkte 2013 Dennis Bovell als Gast mit, der um 1980 als Mitstreiter der Slits auffällig wurde. Und noch eine historische Referenz: Eine überzeugende Coverversion des Songs "Erase You" von der New Yorker Punk-Funk-Legende ESG haben Las Kellies ebenfalls in der Diskografie vermerkt. Auf dem soeben erschienenen neuen Album "Friends &Lovers" entdeckt das Trio nun zusehends den Reiz von Hall und Psychedelik.

Rhiz, Di 22.00


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