Wa(h)lnüsse für das Volk!

Wir machen das Beste daraus. Und: Walnüsse sollen ja gut fürs Hirn sein

Stadtleben | Gerichtsbericht: Katharina Seiser | aus FALTER 48/16 vom 30.11.2016

Ich habe meine Wahl längst getroffen. Mit ersten Hochrechnungen ist diesen Sonntag, Verfassungsgerichtshof sei Dank, erst um 19 Uhr zu rechnen. Körperliche Arbeit lenkt erfolgreich ab.

Das beginnt mit der Suche nach der besten Wahlnuss. Auf dem Weg könnte man eine Wahlkarte beantragen, wenn man weiß, dass man am Sonntag nicht im angestammten Wahllokal wählen können wird. Schriftlich geht das bis Mittwoch, persönlich bis Freitag, zwölf Uhr. Da sollten die Nüsse aber auch längst auf dem Tisch liegen. Das Knacken und Auslösen braucht Zeit.

Nüsse, das waren bei meiner Oma übrigens immer Walnüsse. Die Default-Nüsse sozusagen, weil die am Baum hinter dem Haus wuchsen. Meine Oma, Jahrgang 1921, hatte auch einen Default-Wahltagsmodus: ordentliches Kostüm, frisch onduliert, lieber zu früh als zu spät und stets ernsthaft ihr Wahlrecht nützend. Sie hielt es sogar für eine unverrückbare Bürgerinnenpflicht, wählen zu gehen. Sie hätte, obwohl als Kauffrau stets schwarz, nie im Leben

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