Das Zerkratzen der Ordnung

Der furiose Roman "Der Zögling Tjaž" des Kärntner Slowenen Florjan Lipuš ist endlich wieder lieferbar

Eloge: Sebastian Fasthuber | Feuilleton | aus FALTER 48/16 vom 30.11.2016

Als du ein Winzling warst, hast du dem Vater einst das Essen zur Holzfällerhütte getragen, der Vater hat dir mit Worten und den Händen den Weg anzusagen versucht (...). Der Vater ist niemals ein Meister des Redens gewesen (...). Kein Wunder, wenn du in die Irre gegangen bist und weder den Vater noch die Hütte gefunden hast, mitten im Wald hast du dich verloren (...). In der Bedrängnis hast du dich bergab treiben lassen, und die Überzeugung, daß du dich einmal rächen würdest, auch wenn du nicht wußtest, wo und wann, irgendwie, in ferner Zukunft, hat sich im Herzen verfestigt."

Jahre später wird aus dem zum Jugendlichen herangewachsenen Buben der Zorn herausbrechen. Lange war er ein unauffälliger, braver, ordentlicher Schüler und Internatszögling. Eines Tages beginnt Tjaž (die slowenische Kurzform für Matthias) an der Ordnung zu kratzen, und zwar im wahrsten Sinne des Wortes: Anders als Oskar Matzerath in Günter Grass' "Blechtrommel" trommelt er nicht, sondern verfügt über

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