Watchdog

Die Starinterviews des rechten Kampfblatts

Benedikt Narodoslawsky | Medien | aus FALTER 48/16 vom 30.11.2016

Viele Medien tun wirklich alles, um sich selbst zu ruinieren", erklärt FPÖ-Mediensprecher Herbert Kickl, "jeder, der mit offenen Augen durch die Welt geht, sieht doch, wie es wirklich ist."

Diese Sätze fielen im Mai; der FPÖ-Generalsekretär gab dem rechten Magazin Alles roger? ein Interview. Kickl reiht sich damit in eine illustre Runde ein. Denn das Blatt veröffentlichte auch schon Interviews mit Oscar-Preisträger Kevin Spacey, Schauspiellegende Mickey Rourke und dem Sänger Sting. Warum aber geben auch Weltstars einem österreichischen Provinzblatt Interviews, dem das Mauthausen-Komitee noch dazu "antisemitische Tendenzen" bescheinigt?

Der Standard recherchierte. "Es handelt sich um ein gefälschtes Interview", erklärte Spaceys PR-Agentin dem Standard. Und auch Stings Plattenfirma Universal Music wusste auf Anfrage nichts von einem Interview mit Sting.

Alles roger?-Chefredakteur Roland Hofbauer beteuert gegenüber dem Standard, er habe die Interviews von einer Agentur zugekauft. Interessanterweise scheint er aber selbst als Autor der Interviews auf.

Die Zitate, die Kickl im Gespräch mit Alles roger? fallen ließ, dürften jedenfalls echt sein. Im Gespräch ging es um die Themen Mainstreammedien und Lügenpresse.


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