Mein Kind, was schaust du da?

Pornos erreichen übers Handy bereits Volksschüler und ersetzen den Aufklärungsunterricht. Schulen und Eltern sind mehr gefordert denn je


Bericht: Barbara Tóth
Stadtleben | aus FALTER 48/16 vom 30.11.2016


Illustration: Bianca Tschaikner

Illustration: Bianca Tschaikner

Normalerweise ist es das Obstkisterl. Oder die Wahl des Elternvertreters. Das sind die Elternabend-Momente, in denen erregt diskutiert wird oder betretenes Schweigen herrscht – weil die eine Hälfte der Eltern findet, Obstkisterl soll ein Lieferservice bringen, und die andere Hälfte, dass man es besser von Woche zu Woche selber organisiert, oder aber weil niemand der Anwesenden kandidieren will.

In der zweiten Klasse einer privaten Wiener Volksschule in beliebter Wohngegend gab es im heurigen Schuljahr einen etwas krasseren Elternabend-Moment. Es ging um Pornos. Eine Gruppe von Drittklasslern hatte sich vor den Sommerferien am Klo Sexfilme am Handy eines Schülers angeschaut. Pornos schon in der Volksschule? An den Gedanken mussten sich alle erst gewöhnen – Direktorin, Lehrerinnen und Eltern.

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