Mit den Händen des Kondors

Der Bassist Lukas Kranzelbinder steht mit Shake Stew am vorläufigen Höhepunkt einer erstaunlichen Karriere

Feuilleton | Porträt: Klaus Nüchtern | aus FALTER 48/16 vom 30.11.2016

Schon das Cover signalisiert Entschlossenheit: sieben junge Herren, sechs mit Bart, einer mit Dutt, alle in schwarzen Stehkragenhemden. Darüber in fetten goldenen Versalien: Shake Stew, darunter deutlich dezenter der Albumtitel: "The Golden Fang". Eine mysteriöse Aura von Verschwörung umschwebt die Inszenierung, was kein Wunder ist, spielt sie doch auf Thomas Pynchon an, der für so was ein Händchen hat. In dessen Roman "Inherent Vice" ist The Golden Fang sowohl der Name eines Bootes als auch eines obskuren Drogenkartells.

"Das Buch hat mir einen Vibe eröffnet", erinnert sich der österreichische Jazzbassist Lukas Kranzelbinder, der als Clan-Leader in der Mitte des Covers zu sehen ist. Damit Musik entstehen kann, bedarf es eines Raumes der Imagination, in dem mehr Platz hat als nur Musik. Ein Whisky am späteren Abend vermag einen solchen zu eröffnen, aber wenn man zwei kleine Kinder hat, versorgt man sich besser mit anderem Stoff: "Um neun Uhr in der Früh brauchst du etwas, um dich


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