"Hexen!"

Ein wegen Folter verurteilter Polizist steht wegen Vergewaltigung vor Gericht, weil der Justizminister es anordnete. Seine Anwältin setzt auf eine mehr als gewagte Verteidigungslinie

Politik | Prozessbericht: Florian Klenk | aus FALTER 48/16 vom 30.11.2016

Christian S. hat sich am hintersten Ende des Ganges hingesetzt. Er wartet auf seinen Prozess. Der ehemalige Wega-Polizist will von den Journalisten hier am Wiener Straflandesgericht aber offenbar nicht erkannt werden.

Vor zwei Jahren war das noch anders. Da gab er Pressekonferenzen und lieferte Stoff für eine Exklusivserie der Krone. Er beklagte sich, zu Unrecht wegen Folter verurteilt worden zu sein, er sei zu einem Geständnis gedrängt worden. In den Presseclub Concordia lud er damals ORF-Journalisten, er projizierte medizinische Befunde von Bakary J. an die Wand - jenem Gambier, dem er bei einer misslungenen Abschiebung im Zuge einer Bestrafungsaktion in einer Lagerhalle so fest ins Gesicht geschlagen haben soll, dass dessen Schädelknochen brach. Er diskreditierte sein Opfer als Lügner, um keinen Schadenersatz zahlen zu müssen. Vergeblich.

Der Fall ereignete sich 2006 und war einer der größten Polizeiskandale. Acht Monate auf Bewährung fasste der damals geständige Wega-Beamte


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