Advent, Advent, kein Lichtlein brennt

Kein Herzerlbaum, keine traditionellen Kinderatt raktionen. Die Stadt hat den Wiener Christkindlmarkt umgestaltet -und der einstige Veranstalter Klage eingereicht

Politik | Dokumentation: Birgit Wittstock | aus FALTER 48/16 vom 30.11.2016

Das Wiener Christkindl ist Geschichte. Statt der jungen Frau mit blondgelockter Perücke und in weißem Wallegewand, die sich jeden Advent die Weihnachtswünsche der Kinder anhörte, steht nun ein Kunststoffschlitten mit Rentieren und Weihnachtsmann in der Volkshalle des Wiener Rathauses. Der Plastik-Santa kann weder sprechen noch zuhören. Auch entspricht er nicht der bislang so gehegten und gepflegten Wiener Tradition, mit dem Christkind einen Kontrapunkt zum konsumistischen Weihnachtsmann setzen zu wollen. Aber er passt einfach besser ins neue Konzept, mit dem der Christkindlmarkt heuer bespielt wird.

In der neugotischen Halle ist nämlich "Ho ho ho" statt "Ihr Kinderlein kommet" angesagt: Da, wo in der Vorweihnachtszeit seit Jahrzehnten Kindergartengruppen und Schulklassen in der Christkindlwerkstatt um so gut wie kein Geld Kerzenhalter, Bilderrahmen und allerlei andere Weihnachtsgeschenke bastelten und unter der Anleitung von Wiener Bäckermeistern Kekse buken, stehen jetzt die Kaffeetische


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