Pingpong mit Fragezeichen

Viel Material, wenig Aha: Die Retrospektive des slowakischen Künstlers Július Koller im Mumok


Ausstellungskritik: Matthias Dusini
Feuilleton | aus FALTER 48/16 vom 30.11.2016

Der Grat zwischen Meister und Messie ist manchmal schmal. Im Fall des slowakischen Künstlers Július Koller (1939-2007) besteht die begründete Hoffnung, dass der Inhalt seiner Wohnung in Bratislava nicht auf der Müllhalde, sondern im Museum landet.

Das Museum moderner Kunst (Mumok) widmet dem wichtigen Vertreter der osteuropäischen Neoavantgarde eine Retrospektive, die in Zusammenarbeit mit dem Museum of Modern Art in Warschau entstanden ist. Auf drei Etagen sind in "Július Koller - One Man Anti Show" jene Materialien zu sehen, die der Künstler in bewusster Abgrenzung zu gängigen Formen der Produktion und Vermittlung von Kunst geschaffen hat.

Koller studierte Anfang der 1960er-Jahre in Bratislava Malerei, verließ aber rasch die Räume und Organisationen der offiziellen sozialistischen Kultur. Statt Arbeiter im realistischen Stil malte er "Anti-Bilder", seine sportlichen Aktivitäten und den Militärdienst erklärte er zu "Anti-Happenings". Durch Zeitschriften war er über westliche

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