"Man kann sich rächen"

Die Psychoanalytikerin Elisabeth Brainin erklärt, wie Menschen mit Wahlniederlagen umgehen


Interview: Anna Goldenberg
Politik | aus FALTER 49/16 vom 07.12.2016

In den Stunden nach den US-Präsidentschaftswahlen am 8. November fiel der Server der Website der kanadischen Einwanderungsbehörde kurzzeitig aus - vermutlich aufgrund der hohen Nachfrage von verzweifelten Wählern im Nachbarland, die unter einem Präsidenten Trump keine Zukunft in den USA sahen. Auch in Österreich fühlen sich jetzt viele als Verlierer.

Falter: Wieso kann ein Wahlausgang für viele Menschen persönlich schmerzhaft sein?

Elisabeth Brainin: Es gibt Dinge, die einem gleichgültig sind, und Dinge, die einem weniger egal sind. Wenn man bei etwas verliert, das man für sehr wichtig hält, in das man viel Energie, Zeit, Kraft und Gefühl investiert hat, empfindet man die Niederlage als große Kränkung. Vor Wahlen wird versucht, so viele Leute wie möglich in den Wahlkampf hereinzuziehen; man heizt die Atmosphäre im ganzen Land, auch in den Medien, auf, sodass die Wahl scheinbar jedermanns persönliches Anliegen wird. Und je mehr man versucht, die Menschen emotional reinzuziehen,

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