Muttis schmieriges Pornokino

Der Theatermacher Thomas Bo Nilsson setzt das Publikum des Schauspielhauses Rasierklingen und halbnackten Cowboys aus


Reportage: Martin Pesl
Feuilleton | aus FALTER 49/16 vom 07.12.2016

Zwischen das Schauspielhaus und die Schauspielhaus-Kantine in der Porzellangasse hat sich ein neuer Pop-up-Raum geschoben: das zwielichtige Jinxxx-Kino. Der schwedische Theatermacher und Bühnenbildner Thomas Bo Nilsson zelebriert hier nach "Cellar Door" zum zweiten Mal in diesem Jahr seine surreal ausgestalteten Schreckensfantasien. Das Besondere daran: Es gibt keine Bühne, man ist als Zuschauer gezwungen, unweigerlich Teil des Geschehens zu sein.

Am Premierenabend werden ab 18 Uhr Leute einzeln eingelassen, bis kurz nach Mitternacht dürfen sie bleiben, müssen aber nicht. Man klingelt und wird von einer lasziven jungen Dame mit Welcome-Drink empfangen. Ein Einführungsvideo -auf VHS, was die Vintage-Schmierigkeit der ganzen Einrichtung hübsch zusammenfasst - umreißt die Geschichte des Etablissements, einer Mischung aus Stundenhotel und nicht-so-sexy Pornokino.

Im Folgenden kann man sich an der Bar von unbehosten Brüdern in Cowboykluft Drinks ausschenken oder von Escort-Damen das Familienfotoalbum

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