Theater Kritiken

Erst nicht, dann dicht: schlampiger "Trafikant"


MP
Lexikon | aus FALTER 49/16 vom 07.12.2016

Bursch vom Land kommt nach Wien, erlebt Liebeswirren und die Machtergreifung der Nazis 1938 - väterlich beraten von Sigmund Freud. Robert Seethalers Überraschungsbestseller "Der Trafikant" fürs Volkstheater in den Bezirken ist an sich eine kluge Idee, am Vorabend einer potenziellen Hofer-Präsidentschaft gar beklemmend aktuell. Diese Dringlichkeit entfaltet die Inszenierung von Sebastian Schug aber erst weit nach der Pause. Im längeren Teil eins spuckt sie chaotisch Bilder aus und trödelt uninspiriert über die Geschichte. Und: Natürlich darf man österreichische Geschichten mit Nicht-Österreichern besetzen (hier: drei von fünf), aber wenn die Stückfassung so sehr auf Lokalkolorit ruht wie in diesem Fall, sabotiert man sich damit selbst. Respekt vor Lukas Watzl in 14 Rollen und an der E-Gitarre.

VHS Brigittenau, Fr 19.30; VHS Hietzing, Sa, Mo-Mi 19.30; VHS Liesing, Do 16.00,19.30


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