Hamburg: Der St.-Pauli-Code

So geht moderne Bürgerbeteiligung: Die Neugestaltung eines Hamburger Grätzels zeigt, dass Smartness nicht unbedingt Technologisierung braucht


Birgit Wittstock
Stadtleben | aus FALTER 49/16 vom 07.12.2016

Wenn Wien das Attribut "anders" für sich beansprucht, dann ist der Hamburger Stadtteil St. Pauli das pochende Herz des Widerstands. Das Grätzel mit seinen rund 22.500 Bewohnern im Bezirk Hamburg-Mitte ist nicht nur für die Vergnügungsmeile Reeperbahn, sondern seit Anfang der 1980er-Jahre auch für seine aufsässige Hausbesetzerszene bekannt. Letztere ist über die Jahre allerdings ziemlich still geworden, und längst werden auch in dieser Ecke der Hansestadt die Glas- und Stahlpaläste der Reedereien, Großbanken und Verlagshäuser hochgezogen.

Seit drei Jahren ist es auf dem Kiez jedoch wieder laut: Die Anrainerinnen und Anrainer des Spielbudenplatzes leisten Widerstand gegen die Gentrifizierung ihres Grätzels. Grund war der Abriss der Esso-Häuser und die geplante Neubebauung des Geländes am Spielbudenplatz an der Südseite der Reeperbahn. Wie ein Mahnmal der Ausgeschlossenen standen die beiden 60er-Jahre-Plattenbauten dort, wo sich schon hunderte Jahre zuvor all jene angesiedelt

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