Hacker, Leaks und Whistleblower - ein Glossar

Politik | aus FALTER 49/16 vom 07.12.2016

Ein Leak ist dem Wortsinn nach eine undichte Stelle, etwas, das Ausfluss zulässt. Der Publizist meint mit "Leaks" vor allem Enthüllungen vertraulicher Informationen durch Journalisten - die von einem Insider etwa durch interne Dokumente von Unternehmen oder Behörden weitergegeben wurden. Der Insider, der diese geheimen Informationen mit der Öffentlichkeit oder mit Journalisten teilt, wird oft Whistleblower genannt. Whistleblower können viele Motive haben, manche wollen persönlichen Nutzen aus dem Bekanntwerden der Information schlagen, in vielen Fällen gehen Whistleblower von einem großen öffentlichen Interesse an ihren Informationen aus. Fast alle Whistleblower brechen mit der Erlangung oder Weitergabe ihrer Information gesetzliche, unternehmensinterne oder moralische Regeln. Viele Whistleblower bleiben deshalb anonym. Mitunter entstehen "Leaks" auch durch die Arbeit von Hackern. Der Begriff Datendiebstahl ist dabei meist irreführend, weil Daten oft nicht entwendet, sondern kopiert werden. Die Verantwortung der Journalisten ist es, sich von der Echtheit der Daten zu überzeugen und das öffentliche Interesse zu bewerten. Wie der Whistleblower die Daten erlangt hat und welche Ziele er verfolgt, ist dabei nebensächlich. Inzwischen haben sich einige medienübegreifende Recherchenetzwerke etabliert, die mit solchen Leaks arbiten. Das EIC ist nicht zu verwechseln mit dem ICIJ, das im April die Panama Papers veröffentlichte. Der Falter ist Mitglied beider Netzwerke.


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