Neue Platten

Pop

Feuilleton | aus FALTER 49/16 vom 07.12.2016

Ana Threat: Cold Lve

Maximale Wirkung bei minimalistischem Einsatz der Mittel: Ungefähr so lautet seit Jahren das Credo der Wiener One-Grrrl-Band Ana Threat. Auf ihrem einmal mehr im Alleingang produzierten Albumdebüt nach diversen Kurzformaten heißt das: reduzierte Texte, kieksiger Gesang, Schlagzeug, Stromgitarre, Rhythmusbox - und aus. Die Mischung ergibt Pop für aufgeklärte Punkrocker, Tanzmusik für Outsider und Exotica zur Geisterstunde. Totales Minderheitenprogramm also, und doch: ein Album des Jahres. (Cut Surface) GS

Jazz

Wolfgang Muthspiel: Rising Grace

Das Crescendo, mit dem sich das Quintett auf dem Opener himmelwärts schwingt, ist ein erhebender Moment, aber so sakral, wie der Titel suggeriert, ist das Album keineswegs. Ambrose Akinmusire (tp) sorgt für dunkel schimmernde Melancholie, die grandiose Rhythmusgruppe (Brad Mehldau, Larry Grenadier, Brian Blade) leistet wesentlich mehr als bloßen Begleitdienst. Bei aller Klangkultur gleiten die Stücke nie ins bloß Aparte ab, halten den Raum offen für eine erstaunlich freie und fragile Binnendymanik. Go for it! (ECM) KN

Klassik

Murray Perahia: J. S. Bach. The French Suites

Nur wenige berühren mit ihrer Kunst so unmittelbar wie Murray Perahia. Nach den Partiten und den Goldberg-Variationen wendet sich der US-Pianist mit den Französischen Suiten erneut Bach zu. Die sechs Tanzstücke bieten Momente höchster musikalischer Eleganz. Ob Allemande, Sarabande, Gavotte oder Bourrée - Perahia spielt Bach mit ganzem Herzen und ganzer Seele und findet dabei stets den richtigen Ton, die richtige Stimmung: mal elegant, mal frech, mal melancholisch, mal heiter-verspielt. (DG) MDA


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