Watchdog

Eine Klage gegen die blaue Lügenpresse


Florian Klenk
Medien | aus FALTER 49/16 vom 07.12.2016

Jaja, wir leben im postfaktischen Zeitalter der Lügenpresse. Und deshalb erfinden die Medien einfach Geschichten -etwa der FPÖnahe Internetdienst unzensuriert.at. Die blaue Plattform hat sich nun aber mit dem Falschen angelegt - mit Wolfgang Ainetter, ehemaliger Chefredakteur von Heute und nunmehriger Journalist der deutschen Bild-Zeitung. Und das kam so.

Ainetter schrieb in der Bild im Sommer eine Abrechnung mit der Stadt Wien und seinem früheren Arbeitgeber, der Zeitung Heute. SPÖ-Politiker hätten ihn gefragt: "Kann ich für Sie Gutes tun? Brauchen Sie eine Wohnung?", und Eva Dichand, die Herausgeberin von Heute, habe ihm befohlen: "Ich verbiete Ihnen kritischen Journalismus" (sie bestreitet das Zitat).

Ainetter veröffentlichte all diese Zustände in der Bild, und unzensuriert schrieb seinen Text später passagenweise ab -allerdings mit einem kleinen Satz, der irgendwie nicht zu Ainetter passte. "Ich veröffentlichte, was etwa die Freiheitliche Partei seit Jahren scharf kritisiert."

Tatsächlich hatte Ainetter diesen Satz nie geschrieben. unzensuriert unterschob ihm die blaue Schmeichelei. Ainetter verklagt nun unzensuriert. Denn "mein Artikel stimmte der FPÖ in keiner Form zu, sondern die FPÖ wurde vielmehr stark kritisiert". Aber wen stören solche Fakten schon?


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