Ohren auf Frohes Pop-Fest

Mrs. Santa möge sich bitte gleich selbst auspacken

Sebastian Fasthuber | Feuilleton | aus FALTER 49/16 vom 07.12.2016

Natürlich wird man zu den Feiertagen wieder vorrangig auf die Klassiker zurückgreifen oder die grandiose Compilation "Seasonal Greetings" mit Erlend Oyes Version von "Last Christmas" herauskramen. Aber da das Fest der Feste nun mal jedes Jahr stattfindet, haben sich auch heuer diverse Sänger und Bands zu Weihnachtsalben hinreißen lassen.

Die US-Poprocker The Killers schenken ihren Fans alljährlich ein Weihnachtslied. Nun ist genug Material für ein Album beisammen: "Don't Waste Your Wishes" (nur digital) hält sich nicht mit Besinnlichkeit auf, sondern setzt auf die Stärken der Band: Bombast, Drama, Rhythmuswechsel. Pathos unterm Baum.

Andere Dinge sucht dort R. Kelly. Der langgediente R&B-Mann macht es sich mit Zigarre und Cognac im Salon gemütlich und bittet im gleichnamigen Song "Mrs. Santa" innig, sein Geschenk zu sein und sich bitte gleich selbst auszupacken. Auch an anderer Stelle erinnert er auf "12 Nights of Christmas" (Sony) zu recht geschmeidigen Grooves daran, dass Weihnachten das Fest der Liebe ist. Die körperliche Form davon ist nun mal seine Kernkompetenz.

Die US-Countrysängerin Kacey Musgraves muss man sich als die coolere Taylor Swift vorstellen. Auf "A Very Kacey Christmas" (Universal) pendelt sie ziemlich lässig zwischen Country, Pop, Swing, Latin und Soul. Das hat eine angenehme Leichtigkeit.

Ernster nimmt das Fest der große Liedtragöde Neil Diamond. Kitsch kommt ihm schon gar nicht ins Haus. Auf "Acoustic Christmas"(Capitol) erhebt er seinen unvergleichlichen Bariton über reduzierte Gitarren-bzw. Piano-Arrangements. Würdig und recht.

Der Rest der Menschheit kauft entweder die erweiterte Deluxe-Version von Helene Fischers "Weihnachten" (Universal) oder sucht und findet auf Youtube mit dem neuen Erdmöbel-Lied "Weihnachten im Weltall" sein Glück. Frohes Fest!


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