Theater Kritiken

Ein ent-Setz-ter Nonsens-Bestseller

Theresa Gindlstrasser | Lexikon | aus FALTER 49/16 vom 07.12.2016

Im Werk X gibt es eine zweistündige Bühnenadaption von Clemens J. Setz' 1000-Seiten Roman "Die Stunde zwischen Frau und Gitarre". Dass da Dinge weggelassen werden, ist klar. Dass aber gar nicht versucht wird, die Geschichte von Nathalie, der Betreuerin in einem Wohnheim für Menschen mit Behinderung, und ihrem Hineingeraten in ein Arrangement zwischen Stalker und zum Täter gewordenem Opfer zu erzählen, das ist enttäuschend. Thirza Bruncken (Regie) und Esther Holland-Merten (Dramaturgie) versteifen sich in ihrer Bühnenfassung unter Heranziehung ästhetisch fragwürdiger Mittel auf eine nicht lineare Erzählstruktur. Fünf Schauspielende sagen Text, klare Figuren gibt es nicht. Der Text selber ist und bleibt aufregend. Was die Inszenierung davon übrig lässt, ergibt im schlechten Sinne des Wortes: Nonsens.

Werk X, Fr, Mi 19.30


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