Stadtleben mit Kindern

Kleinzeug


Gerlinde Pölsler
Stadtleben | aus FALTER 49/16 vom 07.12.2016

Ein Hausschatz für Erstleser

"Der Franz ist sechs Jahre alt. Weil der Franz aber sehr klein ist, merken das viele Leute nicht. Sie halten ihn für vier Jahre. Und dass er ein Bub ist, glauben sie auch nicht.,Grüß Gott, kleines Mädchen', sagt die Gemüsefrau." Man kann sich schon ausmalen, dass dem Franz nichts geschenkt wird. Noch dazu mit einem großen Bruder wie dem Josef, der ihn nur "Zwerg" nennt oder "Dödel". Aber wie das halt so ist - alle Kleinen wissen's: Sie werden bloß unterschätzt.

Seit Jahren schon ist Christine Nöstlingers Franz -mit Zeichnungen des bekannten Illustrators Erhard Dietl - ein Liebling der Leseanfänger und Volksschüler bis zur dritten Klasse. Jetzt hat der Oetinger-Verlag einen Sammelband mit Schul-, Ferien-, Opa-, Detektiv-, Hunde-, Liebes- und noch vielen anderen Geschichten herausgegeben. Ein Hausschatz auf 464 Seiten, leicht lesbar, voll Humor und Wärme, der mehrere Jahre hält.

Kinder sind voll dabei, wenn der Papa und der Josef sich den Bauch vor Lachen halten, als sie den Muttertagshut sehen, an dem der Franz drei Tage lang gearbeitet hat. Wenn er in der Straßenbahn verloren geht. Und sich am Ende irgendwie zu helfen weiß. Oft wird ihm auch geholfen, der Franz kennt nämlich wunderbare Leute. Weil die Mama, die geht dann wirklich mit ihm und dem neuen Hut samt Schießbudenrosen und Gamsbart drauf spazieren. Da kann man's nicht ganz schlecht getroffen haben.

Christine Nöstlinger: Das Beste vom Franz. Mit farbigen Bildern von Erhard Dietl. Oetinger, 464 S., € 20,60


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