Gott sei Dank!

Ein ehemaliger Grünen-Parteichef wird Österreichs erster Mann im Staat. Wem hat er das zu verdanken?

Analyse: Nina Horaczek, Barbara Tóth | Politik | aus FALTER 49/16 vom 07.12.2016


Foto: Michael Gruber / EXPA / picturedesk.com

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Schuld daran ist ausgerechnet Norbert Hofer, und das kam so: Im September machte Hofer auf dem Donauradweg im niederösterreichischen Marbach Wahlkampfstation. Der Ort hat nicht nur eine Musikkapelle, sondern auch eine Handvoll kritischer Jugendlicher, die brav gegen den FPÖ-Kandidaten protestierten. Darunter war auch die Tochter des Marbacher Bürgermeister Anton Gruber (SPÖ). Weil ihn ärgerte, wie die niederösterreichischen Regionalmedien die Zwergendemo der Landjugend kritisierten, entschloss er sich, Van der Bellen zu einem gemeinsamen Wandertag zum Käsemarkt nach Maria Taferl einzuladen. Kaum war er da, zerstreuten sich die Vorurteile vom Grünen, der nur Benzin teuer machen und noch mehr Flüchtlinge ins Land holen wolle.

Als Van der Bellen dann in der letzten Wahlwoche die Musikband ausfiel, reichte ein Anruf in Marbach, und die Blasmusiker waren gestellt. Mit dem Ergebnis: Der sogenannte „Nibelungengau“ an der Donau wählte zwar immer noch mehrheitlich Hofer, Van der Bellen konnte aber sogar dort jene paar Prozentpunkte gutmachen, die er für einen Sieg benötigte.

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