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Benedikt Narodoslawsky | Falter & Meinung | aus FALTER 50/16 vom 14.12.2016

Die Post stellte das Kuvert am Mittwoch zu, darauf zwei Briefmarken mit den Motiven Enzian, Edelweiß und Almrausch. Mit Blumenpost hat der Falter bislang geteilte Erfahrungen gemacht. Im Büro von Florian Klenk hängt etwa dieser Brief vom September, das Papier bedruckt mit blühendem Vergissmeinnicht. "Sie sind wohl das größte Arschloch von Österreich!", steht handschriftlich darunter, "Mit Ihrer brustschwachen Zeitung verbreiten Sie laufend Unwahrheiten über Ihnen nicht genehme Politiker. Sie sind ein linkslinker Träumer! Sie werden aber trotzdem den Erfolg der FPÖ nicht verhindern können!! Im Namen von tausenden Österreichern." Klenk fotografierte den Blumenbrief vom September und stellte ihn mit einem Link zu Nana Mouskouris Ballade "Guten Morgen, Sonnenschein" auf Facebook.

Der Dezember-Blumenbrief war anders. Schwerer. Portier Josef Egger, neben dem seit 21 Jahren das "Merkblatt für Verhalten bei verdächtigen Postsendungen" hängt, das seit dem rechtsextremen Briefbomben-Terror vergilbt, öffnete das Kuvert. Jemand hatte mit einer Klammer zwei Zehn-Euro-Scheine am Briefpapier befestigt. "Liebes Falter-Team, für eure tolle Aktion während des Bundespräsidenten-Wahlkampfs (NLP, Aufklärung über Hofer usw.) wollten wir euch einfach mal Danke sagen und einen Kaffee oder ein Bier ausgeben :) Liebe Grüße aus Kärnten".

Vielen Dank, Herr W.! Wir werden das Geld ans Integrationshaus spenden. Ihren Brief werden wir auf Facebook mit Gloria Gaynors Klassiker "I Will Survive" posten.


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