Buch der Stunde

Bericht über eine Beziehung mit Ablaufdatum

Florian Baranyi | Feuilleton | aus FALTER 50/16 vom 14.12.2016

Gut ein Jahr nach seinem Tod erreicht uns der letzte Roman des großen spanischen Autors Rafael Chirbes (1949-2015). Glücklicherweise handelt es sich um keine Nachlassfledderei, sondern ein abgeschlossenes Projekt, das Chirbes seit 1996 umtrieb.

Anders als in seinen letzten großen Romanen "Krematorium" und "Am Ufer", in denen er der Gegenwartsgesellschaft Spaniens auf den Zahn fühlte, spielt "Paris-Austerlitz" in einem sehr intimen Setting. Der junge Ich-Erzähler erinnert sich an seine erloschene Liebe zum alternden Arbeiter Michel. Als Spross einer wohlhabenden Familie war er aus Trotz und Freiheitsliebe von Madrid nach Paris geflüchtet, um dort als Maler zu reüssieren. Doch bald ging ihm das Geld aus und er rettete sich -halb aus Liebe, halb aus Not -in Michels Wohnung und Bett. Sein Bericht umkreist den gemeinsamen Alltag und wird dabei in feinsten Verschiebungen von der Erinnerung zur Rechtfertigung, von der Erzählung zur Beichte.

Chirbes beschreibt schnörkellos und präzise das

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