Der Kunde, mein Feind

Der Bawag PSK passen knapp 20.000 Kunden nicht ins Konzept. Sie verdient zu wenig an ihnen

Bericht: David Hell | Politik | aus FALTER 50/16 vom 14.12.2016

Auf der Wiener Mariahilfer Straße, an der Ecke zur Zweierlinie, standen vor einigen Jahren noch zwei Würstelstände; dicht an dicht. Auf der oberen Stirnseite des einen stand in großen Lettern: "Mein Kunde ist König." Die kaum zwei Meter entfernte Konkurrenz überbot das: "Mein Kunde ist Kaiser."

Ein ähnliches Hofieren würden sich die Kunden der Bawag PSK, des sechstgrößten Geldinstituts Österreichs, auch wünschen. Rund 20.000 von ihnen erhielten vor einem Monat ein Schreiben mit bitterem Inhalt. Ihre Hausbank spricht darin vom "Bedürfnis nach vereinfachten Produktpaletten", die sich durch "Studien belegen" lassen. Und genau aus diesem Grund, lieber Kunde, "werden wir Ihr Konto auflösen".

Das Brieflein sorgte für Aufregung. Die Telefone der Arbeiterkammer und des Vereins für Konsumenteninformation (VKI) liefen seither heiß. "Das Schreiben ist eine Verhöhnung der Kunden", sagt Bankenexperte Thomas Hirmke vom VKI. Auf Geheiß von Sozialminister Alois Stöger, der diese Umstellung

Abo hier bestellen Abo hier bestellen
Bestellen Sie hier ein FALTER-Abo Ihrer Wahl und erhalten Sie sofort einen Digitalzugang, um Artikel kostenfrei zu lesen.
Wenn Sie kein FALTER-Abo haben, können Sie diesen Artikel hier einzeln kaufen, als neuer Nutzer kostenfrei mit Startguthaben.

Diese Artikel könnten Sie auch interessieren:


Anzeige

Anzeige