Theater Kritik

B'soffene Verführung ins Nestroy'sche Idiom

THERESA GINDLSTRASSER | Lexikon | aus FALTER 50/16 vom 14.12.2016

Ex-Volkstheater-Intendant Michael Schottenberg hat Johann Nestroys Posse "Das Mädl aus der Vorstadt" inszeniert. Den Schnoferl spielte bei der Uraufführung der Autor selbst. Hier ist es Thomas Kamper, der sehr bös und ohne viel Charme die Geschichte von den Winkeln des Herzens und dem b'soffenen Kutscher namens Zufall vorantreibt. Auf der detailreichen Bühne von Hans Kudlich finden am Ende doch die Zueinandergehörigen zusammen. Besonders Michou Friesz als Frau Erbsenstein und Martin Zauner als Spekulant Kauz treffen den Ton zwischen Unschuld und Schuld und verführen ins Nestroy-Idiom. Die Couplets, Jazz und Klezmer inklusive, und die vielen fantastischen Formulierungen lassen Nestroy hochleben.

Theater in der Josefstadt, Fr 18.00, Sa, Mo, Di 19.30, So 15.00,19.30

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FALTER 43/18

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