Ich bin's, der Präsident!

Der ehemalige Sozialminister Rudolf Hundstorfer soll nun die Bundes-Sportorganisation reanimieren


LEISTUNGSTEST: JOHANN SKOCEK
Stadtleben | aus FALTER 50/16 vom 14.12.2016

Rudolf Hundstorfer lächelt gern. Wenn er Widerspruch spürt, blickt er zur Seite, und eine leichte Röte überzieht sein Gesicht. Der ehemalige Präsident des Gewerkschaftsbundes ÖGB und Sozialminister gilt als verbindlich, kontaktfreudig, er redet mit jedem Vertreter jeder Partei. Das macht ihn zu einem idealen Sportfunktionär, vor wenigen Wochen wurde er zum Präsidenten der Bundes-Sportorganisation (BSO) gewählt.

Mit 100 Prozent der Stimmen. Hundstorfer versteht nicht, was daran verkehrt sein soll. Die Wahl erfolgte im Einklang mit den Statuten. Zur Erinnerung: In der ersten Runde der Bundespräsidentenwahl erhielt er als einer von fünf Kandidaten und als Vertreter der SPÖ nicht einmal zwölf Prozent.

Versorgungsposten ist das keiner. Der BSO-Präsident arbeitet ehrenamtlich. Kein Büro, kein Geld, kein Auto. Er vertritt dafür mehr Menschen als SPÖ und ÖGB zusammen. Im Vorjahr hatte die BSO laut eigener Zählung rund 2,8 Millionen Mitglieder -aufgeteilt in die drei Dachverbände

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