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In "Käsebier erobert den Kurfürstendamm" zeichnet Gabriele Tergit ein grelles Bild Berlins der späten 1920er


Lektüre: Klaus Nüchtern

Feuilleton, FALTER 50/16 vom 14.12.2016

Als ihr Romandebüt "Käsebier erobert den Kurfürstendamm" von 1931 46 Jahre danach wiederaufgelegt wurde, bedauerte Gabriele Tergit ihrer Lektorin gegenüber die Titelwahl: "Der Kurfürstendamm war ein Symbol für christliche und jüdische Kriegs-und Inflationsgewinnler geworden, ich hätte ihn nie als Titel benützen dürfen." Für uns, die wir den "Käsebier" aus beträchtlicher historischer Distanz lesen, spielen solche Erwägungen keine Rolle, denn die Assoziationen, die der Titel weckt -Großstadtglitter und Berliner Schnauze - sind durchaus zutreffend.

Der Roman spielt in den letzten Jahren der Weimarer Republik, die Wirtschaftskrise und der Aufstieg der Nazis bilden den polit-ökonomischen Hintergrund. Der Titelheld, ein Volkssänger - "[b]lond, dick und quibblig, Schnauze, fast schon Fresse zu nennen" - wird von einem Journalisten namens Gohlisch entdeckt. Der kleine Artikel, den er verfasst, löst einen veritablen aufmerksamkeitsökonomischen Tsunami aus. Innert kürzester Zeit

  898 Wörter       4 Minuten
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