SULTAN TAYYIP

Der Chef der oppositionellen Zeitung Cumhuriyet erklärt, warum er vor dem türkischen Staatspräsidenten Erdoğan Angst hat

Interview: Bartholomäus von Laffert, Nico Schmolke | Medien | aus FALTER 50/16 vom 14.12.2016


Foto: Adem Altan / AFP / picturedesk.com

Draußen wehen die Fahnen wie immer. Die weiße mit der roten Aufschrift „Cumhuriyet“ (auf Deutsch: Republik), daneben die Nationalflagge der Türkei. Darunter patrouillieren seit kurzem zwei schwerbewaffnete Polizisten. Drinnen im dritten Stock des aschgrauen Gebäudes im Istanbuler Stadtteil Şişli sitzt ein fröhlich gelaunter Aydın Engin hinter seinem Schreibtisch und schält eine Mandarine. „Für die Gesundheit, die ist in Zeiten wie diesen besonders wichtig“, sagt er auf Deutsch. Das hat er im zwölfjährigen Exil in Deutschland gelernt, wohin er nach dem Militärputsch 1980 geflohen war. Dann steckt er sich eine seiner Camel-Zigaretten an, bevor er eine Kolumne über die Beziehung zwischen EU und Türkei in seinen Computer hackt, in der er die türkische Regierung und Präsident Erdoğan scharf kritisiert.

Seit Anfang November leitet der 75-jährige Kolumnist das bekannteste oppositionelle Medium der Türkei, die Tageszeitung Cumhuriyet, als Interimschefredakteur. Der eine Chefredakteur, Murat Sabuncu, sitzt derweil noch im Gefängnis, der andere, Can Dündar, ist im deutschen Exil. Vor Engin auf dem Schreibtisch liegt eine Ausgabe der Tageszeitung. Auf der Titelseite die Bilder von zehn Kollegen, darunter steht: „Unsere Freunde – seit 28 Tagen in Haft“.

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