Die Erotik des Staubbeutels

Das Bank Austria Kunstforum zeigt mit Georgia O'Keeffe eine Ikone der US-Moderne. Ihre eigenwillige Interpretation der Avantgarde machte sie auch für die junge Generation attraktiv

Kunstkritik: Mathias Dusini | Feuilleton | aus FALTER 50/16 vom 14.12.2016

Wenn die Popmusikerin Patti Smith, 69, heute ungeschminkt und mit grauen Haaren vor das Publikum tritt, schwebt der Geist der Malerin Georgia O'Keeffe über ihr. 1968 zeigte das Cover des Life-Magazins die damals 81-jährige O'Keeffe schwarz gekleidet in der Wüste von New Mexico.

Die "Pionierin der Malerei" beeindruckte die feministische Jugend als Beispiel einer souveränen Frau, die es in dem männlich dominierten Kulturbetrieb geschafft hatte. "Sie geht raus mit einem Stock / und tötet Schlangen", heißt es in Patti Smiths Gedicht "Georgia O'Keeffe" aus den 1970er-Jahren.

Der Gedichtband von Patti Smith gehört zu den Materialien, die in der vorbildlich aufbereiteten Ausstellung über Georgia O'Keeffe den Aufstieg einer Farmerstochter zur nationalen Ikone veranschaulichen. In einer von Heroen wie Jackson Pollock beherrschten Überlieferung nimmt O'Keeffe auch insofern eine Sonderstellung ein, als sie sich die männlichen Attribute "einsam" und "autonom" aneignete. 1949 verließ sie die

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