Am Apparat Telefonkolumne

Darf man auf der Weihnachtsfeier flirten, Herr Tomanek?

Anruf: B. Narodoslawsky | Politik | aus FALTER 50/16 vom 14.12.2016

Rechtzeitig vor der rauschigen Zeit schickt die Arbeiterkammer Wien (AK Wien) eine Empfehlung für Arbeitnehmer aus, um ihnen zu erklären, wie man sich auf Weihnachtsfeiern verhalten soll. Wir haben mit dem AK-Arbeitsrechtsexperten Alexander Tomanek über Alkohol und Flirts gesprochen.

Was ist der wichtigste Tipp für die Firmenweihnachtsfeier?

Wir empfehlen eine gewisse Zurückhaltung beim Alkohol, damit man sich selbst unter Kontrolle hat und sich nicht danebenbenimmt. Wenn die Hemmungen fallen und sich jemand betrunken zu Äußerungen hinreißen lässt - etwa gegen seinen Chef -, dann könnte das auch juristische Konsequenzen haben.

Droht die Entlassung?

Ich hatte in der Beratung noch keinen Fall, in dem jemand entlassen wurde, weil er auf der Weihnachtsfeier zu viel getrunken hatte. Aber theoretisch könnte es bis hin zur Entlassung gehen, weil dabei die Frage der Vertrauenswürdigkeit entscheidend ist. Der Arbeitgeber muss mir vertrauen können. Wenn ich ihm aber im Vollrausch alle möglichen Sachen an den Kopf werfe oder ihn sogar bedrohe, kann es für ihn nicht mehr zumutbar sein, mit mir zu arbeiten, da die Vertrauensbasis fehlt.

Die Arbeiterkammer erklärt in ihrer Empfehlung auch: "Flirten nur in homöopathischen Dosen."

Das ist eher atmosphärisch als juristisch gemeint. Es hat weniger mit der Gefahr einer Entlassung zu tun als damit, dass Sie sich nach der Feier zum Tratschthema Nummer eins machen. Ich würde dennoch nicht empfehlen, den Partnern von Kollegen schöne Augen zu machen, wenn sie auch auf der Feier sind.

Sind Weihnachtsfeiern tatsächlich so heikel, oder warum verschickt die Arbeiterkammer diese Empfehlungen?

Es soll eine Orientierungshilfe für Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer sein, weil Berufliches mit Privatem vermischt wird. Und wir sagen den Leuten immer: Passt sicherheitshalber auf! Haltet euch an alle Regeln, dann gibt es am Tag nach der Feier kein böses Erwachen.


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