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Gerüchte: Das Geschäft mit den Ungarn

Benedikt Narodoslawsky | Medien | aus FALTER 02/17 vom 11.01.2017

Im Portfolio des Vorarlberger Verlagshauses Russ Media befindet sich nicht nur der lokale Platzhirsch in Österreichs Westen -die Vorarlberger Nachrichten. Sondern auch die lokalen Platzhirsche in Ungarns Osten. Seit Tagen wird der Verkauf dieser ungarischen Regionalblätter kolportiert, aber die Sprecherin des Verlags weiß nichts davon. Man müsse sich da an Chef Eugen Russ wenden. Dieser antwortet bis Redaktionsschluss nicht.

Der Deal wäre jedenfalls politisch heikel. Denn als Kaufinteressent wird in Ungarn kein Geringerer als der Wiener Heinrich Pecina kolportiert. Dieser hat 2016 über seine Investmentfirma VCP Népszabadság verkauft, Ungarns größte regierungskritische Zeitung. Der in Ungarn bestens vernetzte Geschäftsmann handle im Dienste von Ungarns Premier Viktor Orbán, glaubten Kritiker. Pecina dementierte.

Der neue Eigentümer: Opimus Press, deren Aktieneigner auf den Seychellen, in Nigeria und in Orbáns Heimatgemeinde Felscút sitzen, wie die Süddeutsche Zeitung berichtet. Der Firma gehören nun die meisten Regionalblätter im Land. Nur Ungarns Osten gehört noch Eugen Russ. Kommt ein Deal zustande? Der Sprecher von Pecinas Firma VCP erklärt, es handle sich um "haltlose Gerüchte". Pecina sei außerdem bereits in Pension.


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