"Die Hauptfigur Lee sehnt sich nach Strafe"

Regisseur Kenneth Lonergan hat mit "Manchester by the Sea" vielleicht schon den Film des Jahres gedreht

Gespräch: Michael Omasta | Feuilleton | aus FALTER 02/17 vom 11.01.2017

Es ist noch ein bisschen früh, um den Film des Jahres auszurufen, ein Fall wie "Manchester by the Sea" gebietet es dennoch. Die dritte Regiearbeit des Autors Kenneth Lonergan, 54, ist ein seltener Glücksfall im aktuellen US-Kino: kein Lalala, sondern eine mit großer Empathie vorgetragene, gleichwohl ernsthafte Familiengeschichte - der absolute Gegenentwurf zum cinephil aufgebrezelten Kraftmeiertum eines Quentin Tarantino oder eines Damien Chazelle, das nur von seiner eigenen Virtuosität zu erzählen weiß.

Ein tragischer Unfall hat Lee (Casey Affleck) aus Manchester, New Hampshire, aus der Bahn geworfen. Seither lebt er in Boston, macht als Hausmeister jede Drecksarbeit und bricht in den Bars immer wieder Streit vom Zaun. Ein zweiter Schicksalsschlag bringt Lee dazu, in seinen Heimatort zurückzukehren. Sein Bruder Joe (Kyle Chandler) ist gestorben und hat ihn zum Vormund seines Sohnes Patrick bestimmt. Aus der Verantwortung für den 16-Jährigen findet Lee nach und nach selbst wieder

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