Heidi List Sexkolumne. Aufklärung für Zeitgenossen

Hechelreich

Kolumnen/Zoo | aus FALTER 02/17 vom 11.01.2017

In Deutschland gibt es gerade eine hitzige Diskussion darüber, ob es für Pflegefälle Sex auf Krankenschein geben soll. Sogenannte Sexualassistentinnen und -assistenten sollen von öffentlicher Hand bezuschusst werden, um so vermehrt diesen Menschen ihr Grundbedürfnis nach Nähe und Befriedigung stillen zu helfen. Kritiker meinen, das wäre staatlich geförderte Prostitution, und überhaupt, damit sollten die Patientinnen und Patienten nur pflegeleichter gemacht werden. Ja, wo kommen wir denn da hin? In die Zufriedenheit? Bin empört. Und wir, hallo?

Es ist 9.45 Uhr, und ich wurde schon drei Mal angeblökt von muffigen Mitmenschen an den Supermarktkassen, Zapfsäulen oder Mitverkehrsteilnehmern. Ich verlange Sex auf Krankenschein für einfach jeden bei jeder Steuerfälligkeit, Rechnungsfälligkeit, jedem Großeinkauf, jedem Öffnen von Briefkästen sowie bei Wetterumschwung. Nach den Abendnachrichten. Nach dem Kaffee. Vor der Arbeit. Nach jedem Gabalier-Lied, da muss allerdings schon jemand sonder-und heilpädagogisch Geschulter ran. Anyway. Österreich, Land des Hechelns. So soll es sein.


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