Film Neu im Kino

The Hollywood Hills Are Alive: "La La Land"


Sabina Zeithammer
Lexikon | aus FALTER 02/17 vom 11.01.2017

Es wird viel geschwärmt und gehypt rund um "La La Land", Damien Chazelles dritten Langfilm, der gerade mit sieben Golden Globes ausgezeichnet wurde. Manchmal ist es dem Kinogenuss jedoch zuträglich, die Erwartungen nicht zu sehr hochzuschrauben. Denn die nostalgische Hommage an die großen Hollywood-Musicals der 1950er sowie an Werke von Jacques Demy (an dessen "Die Regenschirme von Cherbourg" Chazelle vor allem inhaltlich Anleihen nimmt) ist weder ein außergewöhnlich großartiges Musical noch ein außergewöhnlich großartiger Liebesfilm, in der Kombination, durchsetzt mit zeitgemäßen Brüchen, aber eine reizvolle Wiedererweckung des Genres (Musik: Justin Hurwitz).

Alles beginnt in einem Verkehrsstau im heutigen Los Angeles, in dem sich der Jazzpianist Sebastian und die Schauspielerin Mia begegnen. Beide können vom Durchbruch bisher nur träumen: Sebastian quält sich als Bar-Beschaller, Mia erlebt bei ihren Vorsprechen eine Enttäuschung nach der anderen. Einer humorvoll-kratzbürstigen Annäherung zwischen ihnen folgen romantische Zeiten. Doch als ihre jeweilige berufliche Zukunft - nicht ohne Kompromisse -Gestalt annimmt, gerät ihre Beziehung ins Wanken.

Der fast schüchterne Gesang der tanzenden Hauptdarsteller Emma Stone und Ryan Gosling ist es nicht, der "La La Land" zu Everybody's Darling macht, auch wenn Stones Stimme zum Ende hin immer mehr an Kraft gewinnt und Gosling höchstselbst am Klavier glänzt. Das Interessante dieses optisch reichen und mit bunten Gruppenchoreografien aufpolierten Dramas ist das melancholische Hinterfragen der Geschichte und der Entscheidungen der Figuren, das Chazelle mit seinem Epilog aus dem Hut zaubert. Ein hübscher Mix der Stimmungen -denn auch im Musical ist nicht alles möglich.

Ab Fr in den Kinos (OmU im Gartenbau)


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