Seinesgleichen geschieht Der Kommentar des Herausgebers

Der Bundeskanzler hat geredet. Darüber kann, ja muss man reden


Armin Thurnher

Falter & Meinung | aus FALTER 03/17 vom 18.01.2017

Zuerst das Positive. Christian Kern hat mit seiner groß angelegten Rede erreicht, was er vorhatte. Er errang die sogenannte Themenführerschaft. Respekt kam dafür auf, dass einer Politik einmal anders anzugehen versucht. Selbst hartgesottene Politzyniker und Abwinker fühlten sich motiviert und bekamen den Eindruck, es sei doch nicht alles egal.

In harschem Kontrast dazu die medialen Reaktionen, wie immer bemüht, das Außergewöhnliche gewöhnlich zu machen. Zu lang sei das gewesen, zu sehr parlando, überinszeniert undsoweiter. Auch die grafische Spät-Hippie-Anmutung eines Ikea-Katalogs der Siebzigerjahre und die leicht forcierte Fröhlichkeit des Plan A ("Das Programm für Wohlstand, Sicherheit und gute Laune") kontrastierten merkwürdig mit der darin prominent abgebildeten Uhr, deren Zeiger auf drei vor zwölf stehen, und dem vom Kanzler nicht zu Unrecht vermittelten Gefühl, es sei Matthäi am Letzten.

Das TV-Kasperltheater tat ein Übriges, mit einer Live-Übertragung auf Puls-TV,

  1183 Wörter       6 Minuten
Bestellen Sie hier ein FALTER-Abo Ihrer Wahl inklusive Online-Zugang, um diesen sowie alle anderen FALTER-Artikel sofort im Volltext zu lesen.
Holen Sie sich hier Ihren Online-Zugang und lesen Sie diesen sowie alle anderen FALTER-Artikel sofort im Volltext.

Lesen Sie diesen Artikel in voller Länge mit Ihrem FALTER-Abo-Onlinezugang.

Passwort vergessen?
Bitte liken Sie den FALTER auf Facebook:

Diese Artikel könnten Sie auch interessieren:

×

Anzeige


Anzeige