Nüchtern betrachtet

Wer mag, kann jetzt die "Ernte 2017" anfordern

Klaus Nüchtern berichtet aus seinem Leben. Die Kolumnen als Buch: faltershop.at/nuechtern

Feuilleton | aus FALTER 03/17 vom 18.01.2017

Früge mich eine, welches der herzzerreißendste, dem technischen Fortschritt anheimgefallene Anblick sei, ich antwortete wie aus dem Kassettenrekorder geworfen: die Tonbandschleifen von Mixtapes, die in den Ästen der Bäume am Mittelstreifen von Ausfallstraßen wehen. Allein bei dem Gedanken muss ich in meine Buchstabensuppe weinen. Weil so war das doch, damals: Stunden, Tage, Wochen kompilierte man für Angeschmachtete Herzensmusik, verwarf, überspielte, drückte sich den Daumen auf der Rec-Taste blutig, schrieb mit der Hand die vollständigen Besetzungslisten von Bigband-Einspielungen ab, übergab die von dialektischer Ausgefuchstheit berstende finale MC einer Gitti, Moni oder Gabi, die sie mit hellem Lachen aus dem Auto warf, sobald der Typ, der mit hoher Wahrscheinlichkeit Harald hieß und Bumsmusik im geliehenen Wagen des großen Bruders laufen hatte, auf der Ausfallstraße Gas gab.

Das ist lange her und tut längst nicht mehr weh. Die traurige Wahrheit ist traurig alleine für Gitti,

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