Herakles im Blaumann: Wer zieht sein Fell an?

Peter Weiss' "Ästhetik des Widerstands" bleibt ein Massiv der deutschen Gegenwartsliteratur. Auf ins Bergwerk!


Lektüre: Klaus Nüchtern
Feuilleton | aus FALTER 03/17 vom 18.01.2017

Am 22. September 1937 besuchen drei junge Männer im Pergamonmuseum in Berlin den berühmten Altar. Der Ich-Erzähler und dessen Freund Coppi sind beide um die 20 und stehen längst im Arbeitsleben, der frühreife Heilmann ist erst 15 und trägt "als Tarnung" die Uniform der HJ.

Dem sogenannten "Gigantenfries", der das Gemetzel an den aufsässigen Kindern der Erd-und Urgöttin Ge darstellt, nähern sich diese Betrachter aber nicht mit interesselosem Wohlgefallen. Götter gegen Giganten - das ist für sie nur eine Variante eines Jahrtausende währenden (Klassen-)Kampfes: "Die Eingeweihten, die Spezialisten sprachen von Kunst, sie priesen die Harmonie der Bewegung, (...) die anderen aber, die nicht einmal den Begriff Bildung kannten, (...) spürten den Schlag der Pranke im eigenen Fleisch. Genuß vermittelte das Werk Privilegierten, ein Abgetrenntsein unter strengem hierarchischem Gesetz ahnten die andern."

Die Eingangsszene von Peter Weiss' dreibändigem Roman "Die Ästhetik des Widerstands"

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