Buch der Stunde

Auch nicht schön: Wir verschwinden im Holozän


Klaus Nüchtern
Feuilleton | aus FALTER 03/17 vom 18.01.2017

Das Buch mit dem Titel "Wer wir waren", das der im Februar vorigen Jahres verstorbene Publizist Roger Willemsen geplant hatte, wird nie erscheinen. Stattdessen liegt nun unter gleichem Titel eine überarbeitete Fassung seiner letzten öffentlichen Rede aus dem Juli 2015 vor. So unzulässig dies ist, wird das 50 Seiten schmale Büchlein, das eine Reihe grundsätzlicher Gedanken formuliert und ausprobiert, als eine Art "Vermächtnis" des damals schon Todkranken wahrgenommen werden. Im Untertitel ist es als "Zukunftsrede" ausgewiesen, und obwohl der Autor zu Beginn einen ironischen Ton anschlägt -"Wenn man es genau bedenkt, ist vom Anfang aller Tage an alles immer schlechter geworden. Luft und Wasser sowieso, dann die Manieren, () das Herrentennis und das Aroma der Tomaten" -, hängt die Melancholie des Post-Ismus schwer über dem Manuskript. Die Zukunft ist nur noch als Futur II zu haben: Sie ist post-individuell, post-utopisch, post-human. Es wird gewesen sein: der Mensch.

Natürlich wusste

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