Erfrischender Mut zur Pointenlosigkeit

Mit "Das Floß der Medusa" könnte Franzobel seine literarische Laufbahn wieder auf Kurs bringen

REZENSION: SEBASTIAN FASTHUBER | Feuilleton | aus FALTER 04/17 vom 25.01.2017

Es begann vielversprechend. 1995 gewann Franzobel mit dem sprachspielerisch-musikalischen Text "Die Krautflut" den Bachmann-Preis. Später entwickelte er sich in Richtung Kraut und Rüben und verfasste zuletzt am laufenden Band löwingeresk verblödelte Theaterstücke, Groschenroman-Krimis, dazwischen aber auch durchaus ambitionierte Wälzer, etwa den Roman "Was die Männer so treiben, wenn die Frauen im Badezimmer sind" (2012), bei dem Kritiker Karl Duffek "sprachlichen Overkill ( ), der trotz punktueller Virtuosität auf Dauer ermüdet" diagnostizierte.

Franzobels vielleicht größtes Problem ist, dass sich sein Hang zum Derben und zur Zote im Lauf der Zeit zu einem veritablen Zwang ausgewachsen hat und seine literarischen Fähigkeiten zu überschatten droht. Beim neuen Roman "Das Floß der Medusa", für den sich der Schnellschreiber ungewöhnlich viel Zeit ließ, scheint er sich deshalb selbst Schmähverbot verordnet zu haben. Eine Nebenfigur zeichnet sich zwar dadurch aus, dass sie in

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