Buch der Stunde

Auch mit 89 noch ziemlich fleißig, v.a. in Kapitel 32


KLAUS NÜCHTERN

Feuilleton, FALTER 04/17 vom 25.01.2017

Vielleicht liegt' s ja am Sternzeichen: Philip Roth ist grad noch Fisch, Martin Walser schon Widder. Aber während sich der Homer von Newark mit juvenilen 79 selbst pensioniert hat, veröffentlicht der große Sohn Wasserburgs, als gäb's kein Morgen (womit man mit 89 ja auch irgendwie rechnen muss).

Walsers jüngstes Opus weist den Anspruch auf die Bedeutsamkeit eines Vermächtnisses schon im Titel von sich: "Statt etwas oder Der letzte Rank" zeigt am Cover einen leeren Rahmen vor weißem Hintergrund. Es geht in diesem Buch, das angeblich ein Roman ist, aber schon um etwas - ums Davonkommen möglicherweise, bezeichnet doch "Rank" laut dem Wörterbuch der Grimm-Bros. "die wendung, die der verfolgte nimmt, um dem verfolger zu entgehen".

Von Verfolgern, Gegnern und Feinden hat das Erzähler-Ego -das eigentliche Thema! - allem Anschein nach genug, zumindest in der eigenen Fantasie, in der es sich stets herabgesetzt, ausgestochen, verkannt und zu Kompromissen gedrängt fühlt, denen er stets zu

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