Die Glockneretappe im City-Dachgeschoß

Neu in Wien: Soundcycle de luxe oder Wenn Spinning auf Silent Disco und Stephansdom-Blick trifft


TESTFAHRT: THOMAS ROTTENBERG
Stadtleben | aus FALTER 04/17 vom 25.01.2017

Statt mit Wodka-Red-Bull kriegt ihr David Guetta heute mit Endorphin!" Stefan Macek beugt sich vor. "Widerstand! Los!" Er dreht an einer roten Schraube, schaut wieder hoch -und grinst: "Spürt ihr den Unterschied?" Noch ein Dreh. "Und hoch!" Neun Hintern heben sich synchron von neun Fahrradsätteln. Neun Körper wiegen sich -schnaufend -im gleichen Rhythmus. Links -rechts. Links -rechts. Eine Frau hat die Augen geschlossen. Sie singt. Halblaut und ganz falsch.

Das Singen hört man. Sonst eigentlich nichts. In dem kleinen, dunklen Raum eines Dachgeschoßausbaus am Bauernmarkt ist jetzt wieder Macek zu hören: "Widerstand! Es geht steil bergauf!" Dazu Sirren von Stahlscheiben, die -so scheint es - im Leerlauf die Luft zerschneiden. Und das rhythmische Atmen der Gruppe. Aber: Von David Guetta ist nichts zu hören. Außer man hat Kopfhörer auf.

Es geht, sagt der 49-jährige Trainer, um den Unterschied. Den Unterschied zwischen einer Spinningstunde im Fitnesscenter und seinen "Soundcycle"-Sessions.

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