BÜRGERSCHRECKS DARLING

Kultur war das Prestigeprojekt des Landeshauptmanns von Niederösterreich. Was bedeutet Erwin Prölls Abgang für die Kunst?


ANALYSE: MATTHIAS DUSINI
Feuilleton | aus FALTER 04/17 vom 25.01.2017

Die Kunst machte aus dem niederösterreichischen Landeshauptmann Erwin Pröll einen besseren Menschen. Der Wiener Aktionist Hermann Nitsch etwa war das Feindbild konservativer Sittenwächter; Pröll finanzierte seinem "Lieblingsmaler" ein eigenes Museum. Wenn sich Pröll im März aus der Politik verabschiedet, werden einige aufatmen. Die Kunstszene hingegen wird trauern. Widerspruch von Pfarrern und Journalisten wurde nicht geduldet, der von Künstlerinnen und Künstlern großzügig gefördert.

Als Erwin Pröll, ein studierter Agrarökonom, vor 25 Jahren die Regierungsgeschäfte übernahm, war Niederösterreich das Land der Blaskapellen und Getreidesilos. Wenn der Landeshauptmann, zu dessen Aufgaben auch die Kultur gehört, heute davon spricht, er habe dem Land Selbstbewusstsein gegeben, diente ihm die Kultur als Katalysator.

Er finanziert Literatur im nördlichen Waldviertel und Performancekunst in Krems. Schloss Grafenegg verwandelt sich im Sommer zur Pilgerstätte für Klassikfans. "Bei

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